Montag, 5. Oktober 2009

von Felten Welten-Productions* präsentiert

Erwachsen werde ich morgen

Mit 27, das wusste ich, mit 27 wird man erwachsen. Mit 27 hat man einen Mann. Vielleicht hat man auch Kinder. Katzen hat man ganz bestimmt, ein Haus mit Garten und eine Kaffeemaschine - eine rote Kaffeemaschine, cola-rot. Das wusste ich schon lange. Wenn man erwachsen ist, weint man nicht mehr. Man ist nicht mehr traurig, weil man vernünftig ist. Gefühle hat man nicht mehr - nur noch ein bisschen, ein bisschen schon...
Das klingt jetzt vielleicht etwas bünzlig. Ist es aber nicht, ganz und gar nicht. Ich würde ja nicht in den Turnverein gehen und auf Lob für meine selbstgebackenen Kuchen warten. Mein Mann würde nicht Fussball spielen, jassen und Bier trinken. Ich würde arbeiten. Mein Mann würde Hausmann sein und das Bier würde ich trinken. Also von bünzlig kann keine Rede sein! Ausserdem würden über dem Sofa keine Bilder hängen - extra nicht und vor allem keine Klee-, Picasso- oder gar Van Gogh-Imitate. Das wusste ich schon lange. Aber bis 27 würde sowieso noch eine Ewigkeit vergehen, eine unvorstellbar lange Ewigkeit - 20 Jahre, 15 Jahre, 8 Jahre, 2 Jahre... Dann wurde ich verlassen, mit 27, genau mit 27. Kein Mann, somit kein Hausmann, keine Katzen und ausserdem keine rote Kaffeemaschine, keine cola-rote Kaffeemaschine, und ich habe geweint.
Na gut, dachte ich dann, erwachsen werden kann ich auch später, und es ging mir gut. Ich arbeitete, trank starken Kaffee aus einer silbernen Espressokanne, ab und zu ein Bier (auch mal eines zu viel), spielte Fussball und vergass, dass ich einmal vorgehabt hatte erwachsen zu werden.
Dann hatte ich wieder Geburtstag. Ich wurde 29. Das war vor 4 Tagen, übrigens (Ach, macht nichts, dass du nicht daran gedacht hast! Du bist ja nicht auf Facebook.) Ich hatte also Geburtstag und packte ahnungslos ein Geschenk aus - eine rote Kaffeemaschine von meiner Schwester. Sie ist wunderschön, wunderschön cola-rot. Sie passt ausgezeichnet in meine Küche, und der Kaffee schmeckt gut. Ich liebe meine neue Kaffeemaschine. Ich liebe sie! Trotzdem... Seither bin ich in einem Dilemma. Muss ich jetzt erwachsen werden, weil ich eine Kaffeemaschine besitze, eine rote Kaffeemaschine, eine rote Wenn-ich-einmal-erwachsen-bin-Kaffeemaschine? Oder bin ich jetzt schon erwachsen, weil ich eine Wenn-ich-einmal-erwachsen-bin-Kaffeemaschine in der Küche stehen habe?
Ach nein, ich glaube, erwachsen werde ich morgen. Fast habe ich vergessen, dass der Hausmann fehlt. Mittlerweile nicht mehr, weil es am Mann mangeln würde, aber ich habe immer noch kein Haus, und weinen tue ich auch noch, manchmal...


* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Mittwoch, 9. September 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Ein Elefant



* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Donnerstag, 13. August 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Allerliebstes Feindbild, Schall und Rauch

Mein allerliebstes Feindbild ist schon lange im Keller - vergraben unter Vergessenem, zwischen unnützen Erinnerungsstücken. Ich habe es nie absichtlich in diese Kiste verpackt, nie absichtlich in den Keller getragen. Es muss irgendwie zwischen die Poesiealben und die Briefmarkensammlung gekommen sein, als ich das letztemal umgezogen bin. Ich kann mich schlecht von Dingen trennen. Ich bewahre vieles auf, was einen sinnlosen Erinnerungswert zu haben scheint. Ich verpacke alles sorgfältig in Kartonschachteln und vergesse sie dann anzuschreiben. So landen Kleidungsstücke neben Tagebüchern und unnützen Zahlen im Keller - aufgeräumt, unangeschrieben, unvergessen. Irgendwo dazwischen ist es gestrandet, mein Feindbild, mein allerliebstes Feindbild. Heute habe ich es wieder gefunden und ich
(...) gibe mir e Blössi,
hole mis auerliebschte Findbild
nomau us em Chäuer,
putzes bis es wieder so glänzt wie denn
und nagle mir das schöne Stück
vor a mini
Stirne
(Zitat aus Compañero, Patent Ochsner)
Wie konnte ich es vergessen? Wie konnte es so klanglos aus meinem Leben verschwinden? Es war das, was uns angetrieben hat, was uns dazu bewogen hat, die Welt verändern zu wollen, in unseren Diskussionen, zwischen Rauch, Wein und Klängen. So einfach erschien die Welt... So einfach. Die Diskussionen sind irgendwann zu harmlosen Gesprächen geworden oder im besten Fall in Streit ausgeartet. Von der Musik ist bloss ein Echo übrig geblieben, und am Ende blieb nur noch der Wein - Schall und Rauch... Und du... Und du? Hast du unser Feindbild auch im Keller? Oder hast du es schon lange weggeworfen? Bist du überhaupt noch?
(...) hey, compañero sentimental!
i wär nid won i hüt bi
we du denn nid drbi wärsch gsi
compañero sentimental!
schad geit aus so schnäu verbi (...)

Genau so klanglos wie mein Feindbild bist du verschwunden. Wahrscheinlich bist du auch irgendwo im Keller in einer Kiste gelandet, als ich das letztemal umgezogen bin, gut verpackt, unangeschrieben - unvergessen. Falls nicht, falls du nicht in einer verstaubten Kiste gelandet bist, und falls du es irgendwo am Horizont glänzen siehst: Es ist das Feindbild, das noch einmal so glänzt wie damals. Und wenn du den Glanz erlöschen siehst, irgendwo am Horizont: Es ist das Feindbild. Ich packe es wieder in eine Kiste und räume es in den Keller - unangeschrieben, unvergessen. Ich ziehe wieder um.


* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Montag, 3. August 2009

von Felten Welten-Productions* präsentiert

Arsch und Engel



Ich sitze auf dem Klo, ein öffentliches Klo. Ich gehe nicht gerne auf öffentliche Klos. Es stinkt. Aber ich musste so dringend pinkeln. Ich versuche nicht mehr zu atmen, oder nur stossweise durch den Mund. Aber nur durch die blosse Vorstellung des Geruchs wird mir übel. Es ist düster. Trotzdem kann ich die mit Filzstift geschriebenen Sprüche und Namen an der schmutzig grauen Tür entziffern. Ich liebe dich! deine Petra. Schlampe. Fick dich. Forever M+S und Telefonnummern, manche durchgestrichen. Sie liebt jemanden, die Petra, denke ich. Vielleicht ist sie auch die Schlampe. Aber sie liebt einen Er, vielleicht auch eine Sie. Bestimmt liebt sie aber nicht mich, auch wenn sie sich mit ihrem Dich an mich richtet - ich kenne keine Petra. Du bist eine bitch, lese ich und denke sie ist eine bitch - nicht ich. Ein drittes Ich ist eine Bitch, eben sie. Die Person, die in einer Damentoilette mit du angesprochen wird, muss eine Sie sein, und ausserdem sagt man Männern ohnehin selten bitch. Das ist so. Männer sind keine Schlampen. Sie sind Helden, sagt man. Das ist halt so. Folgedessen ist die Bitch eine Sie. Immer wenn ich also ich lese denke ich du, er, sie, aber nie ich, obwohl da eigentlich ich steht. Ich bin aber nur für mich ich - einzig und alleine für mich. Schreibe ich ich, liest du in meinem Ich ein Du, ein Sie und, je nach dem, ob du mein Ich kennst oder nicht, vielleicht sogar ein Er, aber niemals ein Ich. Ich sage ich liebe dich. Du hörst ich liebe dich, denkst aber du liebst mich, sie liebt mich - vielleicht auch ich dich nicht. Ich gibt es nur für mich. Als Du gibt es mich für viele. Ohnehin gibt es viele Du, auch Er gibt es viele und Sie auch - trotzdem gibt es dich so nur einmal, zumindest für mich. Manchmal bin ich ein Du, manchmal ein kleines sie, manchmal ein grosses Sie, je nach Höflichkeit, aber ich bin ich nur einmal. Du auch. Sie auch. Auch er ist nur einmal ich, aber er ist er, tausendmal - oder mehr. Du ist er auch tausendmal, manchmal auch Sie - ein grosses Höflichkeits-Sie. Das bin ich manchmal auch - höflich, meine ich. Manchmal auch nicht. Dann sage ich du bist ein Arsch. Das ist nicht höflich. Deshalb sage ich ja auch nicht Sie sind ein Arsch oder Sie sind ein Gesäss. Wer das hört, denkt vielleicht dann ich bin ein Arsch. Aber mit grösster Wahrscheinlichkeit denkt das angesprochene Du, sie ist selber ein Arsch - obwohl Arsch männlich ist, kann ich ein Arsch sein. Ich kann ja auch ein Engel sein, und Engel ist auch männlich. Aber ob Arsch oder Engel, ich bin trotzdem immer ich - für dich aber immer du oder sie, manchmal Arsch, manchmal Engel. Ich spüle und atme dann draussen wieder frische Luft ein. Vor der Tür steht er, also du - für dich bist du ich, für mich du, immer du.


* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Montag, 27. Juli 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Golden, tatsächlich
für Chläus-Grossvati, das Bild 2


* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Dienstag, 7. Juli 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Das Bild hängt schief

Auf dem blau-weissen Lampenschirm liegt grauer Staub. Das Geschirr stapelt sich im Spülstein. Staubklüngel schweben, beim Vorübergehen in die gegenüberliegende Ecke. Ein modriger Geruch zieht sich durch die düsteren Gänge. Das Bild hängt schief. Stimmt nicht. Stimmt alles nicht. Aber es klingt irgendwie besser als, wenn alles sauber und schön ist. Wenn alles sauber und aufgeräumt ist, kann man sich nicht ärgern, aber man kann auch nichts erzählen. Natürlich könnte man, aber es klingt langweilig. Es klingt zu wenig mystisch, zu wenig dramatisch, zu wenig depressiv. Depressive Sätze klingen anziehender, klingen lesenswerter, findet sie. Das Bild hängt schief. Das Bild, das hängt wirklich schief, aber es hängt extra schief. Es hängt schief, weil es ein schöner Satz ist. Das Bild hängt schief. Genau mit diesen Worten fängt das Buch an, welches sie gerade liest. Das Bild hängt schief, las sie vor zwei Tagen und musste lächeln. Sie las den Satz noch zweimal, liess die Worte regelrecht auf der Zunge schmelzen, wie schwarze, leicht süsse Bitterschokolade und stand dann auf. Bevor sie den nächsten Satz lesen konnte, stand sie auf und hängte ihr eigenes Bild an der Wand hinter dem mausgrauen Sofa schief. Eigentlich hasst sie es, wenn Bilder schief hängen. Aber um des wunderschönen Satzes Willen hat sie ihr Sofabild schräg gehängt. Sie musste nur ein bisschen an einer Ecke ziehen und schon hing das Bild, wie es nicht hängen sollte. So ist das Leben interessanter, findet sie. Schon am Morgen: Man steht auf, wenn das Licht durch die Vorhänge, die purpurroten Vorhänge, in das saubere Zimmer scheint. Alles aufgeräumt, alles sauber, aber das Bild hängt schief. Ein Schreckmoment! Aber ein schöner Schreckmoment. Das rüttelt sie auf, in dieser sauberen Stadtwohnung. Das Bild hängt schief - und die Scheiben sind ein bisschen schmutzig, noch etwas gelblich verspritzt vom Frühlingsblütenstaub - und das Bild... Sie könnte es gerade rücken. Sie bräuchte nur fünf Schritte bis zum mausgrauen Sofa, dann eine Bewegung, und das Bild würde wieder gerade hängen. Sie könnte sogar zuerst noch die Wasserwaage aus dem Putzschrank holen. Der liegt sowieso auf dem Weg vom Bett zum Sofa. Dann würde das Bild mit grösster Wahrscheinlichkeit wieder im Lot sein. Das Bild hängt gerade, könnte sie dann denken, einmal denken, weil zweimal denkt man das nicht das Bild hängt wieder gerade - nie. Und zudem wäre dieser Satz verloren, mit dem sie so gerne lebt. Das Bild hängt schief. Ein einziger Satz, vier Worte können ein Leben so viel spannender machen, findet sie. Vier Worte können einem Menschen so viel Freude schenken. Worte. Wundervoll. Was genau diese vier Worte aneinander gehängt so schön machen, weiss sie nicht genau. Ich auch nicht. Vielleicht ist es die Tatsache, dass man sich so oft über schräg gehängte Bilder ärgert. Das tut man doch? Vielleicht ist es auch, weil ein Buch nicht mit einer solchen Nebensächlichkeit anzufangen hat. Das lernte man noch in der Schule, damals. Heute ist aber vieles anders, schon heute ist vieles anders. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass schief an sich schon ein unübertreffbares Wort ist. Oder liegt es am Wort Bild? Jedenfalls hört man den Satz, oder man liest ihn, und sogleich sieht man vor seinem inneren Auge ein schiefes Bild an einer Wand hängen, an einer vergilbten Wand ein farbiges Gemälde. Es wird ein Bild durch einen einzigen Satz - in diesem Falle gleich durch den ersten Satz des Buches - erzeugt, und gleichzeitig ist es ein Bild von einem Bild, einem schiefen Bild. Eine Bild-in-Bild-Vorstellung. Wundervoll. Es gibt noch andere solche Sätze, andere so wunderschöne Sätze, mit denen man ein Buch beginnen könnte, also eigentlich eben kein Buch beginnen sollte, keine Aufsätze beginnen sollte. So war es doch in der Schule. Mit den schönen Sätzen fängt man nicht an. Die sind nebensächlich - aber schön, nebensächlich schön. (Also eigentlich, finde ich, ist schön immer nebensächlich und nebensächlich eben oft schön - so nebenbei.) Aber allem voran bin ich irgendwie froh, dass ihr Buch mit dem schiefen Bild angefangen hat. Man stelle sich vor, das Buch - übrigens ein Krimi - hätte mit dem ebenfalls wunderschönen Satz das Wasser plätschert auf den leblosen Körper angefangen. Uiuiui...

* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Dienstag, 30. Juni 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Hä?
2007 - 2009

Endlich bin ich angekommen. Wieder daheim. Hier gehöre ich hin. Die Berge so nah, der See so klar, die Fluchwörter so selbstverständlich. Furzen erlaubt, rülpsen sowieso - keine Frage. Endlich! Wieder sein, einfach sein. Er lebt hier, meine Freunde sind hier, meine Familie, der See so klar, die Berge so nah. Ankommen tut gut - und dann... dann ist man da. Dann will man wieder weg, endlich weg. Er ist auch wieder weg. Die Berge sind so nah, der See so kalt. Zurücklassen, um zu vermissen. Ich gehe wieder, lasse zurück, was ich liebe, zerstückle mein Sein wieder in kleine Teile. All die kleinen Fetzen, die ich einmal war, verteile ich in der Welt, um mich wieder zu sehnen, nach dem, was ich so hasse und so liebe. Nach den Bergen sehnen, dem See, einem Zuhause, einem Ort - so nah, so klar, so verdorben, so falsch und ach, so schön...
So gehe ich, so komme ich wieder, so gehe ich, komme ich, gehe, komme, zerstückle, setze zusammen, was zusammen gehört, zusammen zu gehören scheint, um dann wider zu teilen, abermals zu teilen.
So klein ist das Sein. Zumindest mein Sein ist klein. In kleinen Stücken wieder Bern, Olten, Basel, Zürich, Thun. Es ist nicht viel, aber es ist nicht mehr ein Da - nicht mehr ein Da-gehöre-ich-hin. Es ist ein Wo-gehöre-ich-hin, um endlich wieder zu vermissen, den See so klar, die Berge so nah. Es ist ein Mir-laufen-Tränen-über-die-Wangen-wenn-ich-meine-weissen-Berge-sehe. Es ist wieder ein So-klar-ist-nur-der-Thunersee und kein Schon-wieder-dieser-blöde-Gigu-den-mag-ich-nicht-mehr-sehen mehr. Es ist ein Endlich-wieder-laut-furzen-und-niemand-schaut-mich-erstaunt-an-du-bist-doch-eine-Dame-aha-nicht-? Es ist alles vermissen, was ich manchmal so überdrüssig bin, ein Gehen-um-wieder-ankommen-zu-wollen. Aber wenn ich einmal wieder ankommen sollte, dann werde ich bleiben, ganz bestimmt - ganz bestimmt...

* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Eigentlich einfach nur: merci

An den Moment unserer ersten Begegnung kann ich mich fast nicht mehr erinnern. Da sind keine Bilder mehr in meinem Kopf, nur ein Gefühl. Ja, an ein Gefühl glaube ich mich zu erinnern. Etwas fremd warst du mir. Das weiss ich noch. Du hattest die Augen zu, oft hattest du deine Augen einfach geschlossen. Hast du noch ein Bild von mir in deinem Kopf? An die Momente danach, die Momente mit dir, kann ich mich aber erinnern, gut erinnern. Die kann man nicht vergessen, glaube ich - viele schöne Momente, auch traurige, natürlich. Alles halt, einfach alles. Dein Lachen war unverwechselbar, und das ist es noch heute - unverwechselbar. Ich habe dich gerne lachen gehört, immer. Und du hast viel gelacht, glaube ich, ja.
Um all unsere gemeinsamen Momente aufzuschreiben, würde kein Buch reichen, und irgendwann würden mir die Worte ausgehen oder die Worte gänzlich fehlen. Worte braucht es aber eigentlich nicht viele, um unsere gemeinsamen Erinnerungen zu beschreiben, um Gefühle hervorzurufen - du kennst sie ja alle auch, unsere Erlebnisse, die wir in unserer kleinen, in unserer eigenen kleinen Ewigkeit erlebt haben. Stichworte würden reichen, um dich zum lachen zu bringen, dich zum weinen zu bringen, weil du es weisst, weil du sie kennst, die Worte, und sie verbindest, genau wie ich. Schnüfi, Blochi, Tilli, der Kessel in Ascona, ds Lied, der Max im Keller, T'Pea und (...) nimm Späckwürfeli, Säuschmutz (...) ...
Dich zu missen, wäre unvorstellbar. Dass es dich gibt, ist unbeschreiblich - unbeschreiblich gut. Das wollte ich dir schon lange sagen - gerade heute wollte ich dir das unbedingt sagen, dass du wichtig bist, so unersetzlich wichtig in meiner kleinen Ewigkeit. Und besonders heute wollte ich dir sagen, dass ich dir wünsche, dass ich mir wünsche, dass du glücklich bist, dass wir noch einmal 25 und vielleicht sogar noch einmal 25 Jahre zusammen erleben werden. Wie lange auch unsere Ewigkeit dauern wird, ich werde da sein - ich werde dich immer lieben, so lange ich sein werde.
Und was ich auch noch sagen wollte, gerade heute sagen wollte: Merci. Merci, dass du bist, dass du da bist, merci, dass du zu mir haltest, merci, dass du so schön lachen kannst, merci, für all diese Jahre Erinnerung. Es ist eigentlich einfach nur: merci.

für Christine, meine Schwester

* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Freitag, 19. Juni 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Untitled



* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten

Mittwoch, 17. Juni 2009

Von Felten Welten-Productions* präsentiert

Chli bös, chli grusig u so...
-
keine wahre Geschichte

Alles beim Alten. Alles wie gewohnt. Alles, wie es sein soll. Ein paar Jugendliche schlagen sich - heute ausnahmsweise mit Flaschen. Das Blut spritzt, Flüche, Schreie und noch ein bisschen mehr Blut. Alles wie gewohnt. Der Geschichtensammler lächelt in seiner Ecke vor sich hin. Viel Bier fliesst - Bier, Vodka, Tequila. Laute Musik, der Rauch qualmt durch das schummrige Lokal. Alles beim Alten - noch, noch ist alles wie gewohnt.
Hei, sälü, chasch guet?
(nei, nid scho wider ...) ?
Chaaaasch guuuueeeeet?
Aha! (Ich furze) Ja klar. Geng wi geng. Du o?
Jaja, mir geits super! Chli Stress ufem Bügu u so, aber süsch easy. Summer, gäu, isch doch geil. We d Sunne wider schiint u... bla... bla... He, u du, bisch geng no am fötele?
(Blöde Frage denke ich und sage während einem langen, lauten Furz) ja. (isch drum gloub mi Job, hani gmeint...)
Was fötelisch de so?
(i hasses, we öper fötele seit! denke ich und unterstreiche meine Aussage mit dem dritten Furz - kurz und bündig): eigentlech alles, wo me cha fotografiere. (Fürze nicht, aber alles andere eigentlich schon) Du, i muess mau öpis trinke ga hole. Het mi gfröit (uuuu ja u de wie!) Bis speter mau.
Alles beim Alten. Alles wie gewohnt, wie es sein soll. Die laute Musik, der Rauch. Durch die Musik hört keiner die ausgedehnten Fürze und auch keiner die kurzen bündigen. Durch den Rauch riecht sie auch niemand, die Zwiebelfürze, die Fleischfürze, auch nicht die Bierfürze, nicht einmal die Knoblauchfürze. Eigentlich ganz angenehm, finde ich. Alles beim Alten - noch, noch ist alles gut. Rauchfrei... Rauchfrei aber laut werden die Clubs sein - laut und erfrischend, ganz bestimmt! Bald werden wir sie riechen, die Frische. Ich persönlich mag abgestandenen Rauch lieber, als Fürze - geschweige denn das Gemisch aus verschieden Fürzen. Aber furzen werde ich trotzdem, keine Frage. Ganz genüsslich werde ich es tun, und ihr werdet leiden, meine Lieben. Ihr werdet leiden!

* Von Felten Welten-Productions: Ein Non-Profit (es ist so gekommen) und No-Art-Demand (but much fun and a little narcism) Projekt von Regine von Felten